Ernährungsberatung

Die artgerechte - und damit gesunde und richtige - Ernährung ist neben einer guten Gesundheitsvorsorge der zweite wesentliche Grundpfeiler in der Tierhaltung. Die Art und Weise der Ernährung von Hunden, Katzen und kleinen Heimtieren spielt in den letzten Jahren eine immer wichtigere Rolle zur Gesunderhaltung, in der Therapie von Erkrankungen und somit im Bewusstsein der Tierhalter.

Tierhalter können aus einer stetig wachsenden Auswahl an Futtermitteln im Handel wählen. Wachsender Beliebtheit erfährt die Möglichkeit, die Futterration ihrer Vierbeiner selber zusammenzustellen. Die einzelnen Komponenten werden hiebei in der Regel gekocht oder roh verfüttert. Auch können hierbei Gesichtspunkte wie Verwendung von Futtermitteln aus biologischer Produktion, eine Zusammenstellung nach Richtlinien der Traditionellen Chinesischen Medizin und vieles mehr berücksichtigt werden.

Kriterien für die Auswahl der Futtermittel:

  • Rasse
  • Geschlecht
  • Alter des Tieres
  • bei Hunden im Wachstum: zu erwartendes Endgewicht des Tieres
  • Lebensumstände und Leistung des einzelnen Individuums
  • Gesundheitsstatus

Ernährung bei Jungtieren

Jungtiere haben andere Bedürfnisse bezüglich ihre Nahrung als Erwachsene. Besonderes Augenmerk sollte in der Wachstumsphase auf den Energiegehalt und Qualität von Eiweißen, aber auch auf Mineralstoffe und deren Verhältnis zueinander sowie auf Vitamine und Spurenelemente gelegt werden.
Diese Phase legt den Grundstein für das gesamte weitere Leben, so dass sich eine sorgfältige Überprüfung der Ration hier besonders auszahlt. Eine unzureichende Zusammensetzung des Futters kann – oft nicht direkt sichtbar – zu Erkrankungen führen, die das Tier ein ganzes Leben lang belasten können. Hierzu zählen besonders Störungen der Skelettentwicklung bei großwüchsigen Hunderassen. Eine rechtzeitige Überprüfung der Fütterung und eine eventuell notwendige Anpassung helfen, diese Krankheiten zu vermeiden.
TIPP: Regelmäßiges Wiegen und der Abgleich mit einer entsprechenden Wachstumskurve ist eine wertvolle Hilfe für ein gesundes Großwerden von Hunden!

Ernährung von erwachsenen Tieren

Die Zusammensetzung der Futterration erwachsener Tiere richtet sich nach deren Lebensumständen und ihrer Leistung. Neben der körperlichen und geistigen Leistung der einzelnen Haustiere müssen hier auch Geschlecht, Einsatz zur Zucht, Haltung von mehreren Tieren, Wohnungshaltung oder Freigang bei Katzen, ausschließliche Haltung von Kaninchen und Meerschweinchen im Freien und vieles mehr bedacht werden.

Ernährung von Senioren

In Abhängigkeit von der Rasse spricht man beispielsweise bei Hund und Katze ab einem Alter von 6-8 Jahren bereits von "Senioren". Mit zunehmendem Alter ändern sich die Stoffwechselvorgänge im Körper und damit auch die Ansprüche von Tieren an ihre Ernährung. Um ein hohes Lebensalter bei guter Gesundheit zu erreichen, werden Energie- und Vitamingehalt dem Senioren-Stoffwechsel angepasst. Aber auch eine gute Verdaulichkeit und die im fortgeschrittenen Alter veränderte Leistungsfähigkeit einzelner Organe (v.a. Herz, Niere, Leber und Gehirn) sollten bei der Zusammensetzung des Futters Berücksichtigung finden.

Ernährung bei Erkrankungen - Diäten

Bei dem Begriff „Diät“ denken Menschen als erstes an Gewichtsverlust – aber eine Diäten ist mehr: Unter „Diät“ versteht man eine Ernährung, die an ein jeweiliges Krankheitsgeschehen angepasst ist. Diese spezielle Fütterung kann vorübergehend (z.B. akute Magen-Darm-Erkrankung) oder aber ein Leben lang vonnöten sein (z.B. Futtermittelallergie). Besonders im Alter kann es erforderlich sein, auch mehreren Problemen gleichzeitig Rechnung tragen zu müssen.
Um hier die beste Lösung für Ihr Tier zu finden, werden neben dem gesundheitlichen Status auch persönliche Vorlieben wie Bevorzugung bestimmter Futtermittel, Futterspiel- und Kauspaß oder der Einsatz von Futter im Training berücksichtigt.

Selbst zusammengestellte Futterrationen (BARF und Co.)

Selbst zusammengestellte Rationen stellen eine besondere Herausforderung an den Tierhalter dar.
Für eine ausgewogene Fütterung müssen nicht nur der jeweilige Bedarf an Eiweiß, Fett, Fasern, einzelnen Mineralstoffen, Vitaminen, Spurenelemente etc. für das individuelle Tier bekannt sein, sondern man muss auch die Nährstoffe der einzelnen Komponenten kennen. Bei Verwendung von teilweise "vorgemischter" Produkte (z.B. verschiedene Fleischsorten, Innereien, Vitamin-, Mineralpulver usw.) ist man auf die Analysedaten vom Hersteller angewiesen, um eine entsprechende Beurteilung des Futters durchführen zu können. Sind alle Daten bekannt, kann der Gehalt an einzelnen Nährwerten berechnet und mit den Bedarfszahlen verglichen werden.
Eine solche Überprüfung ist bei jeder selber zusammengestellten Ration zu empfehlen – unabhängig davon, ob die einzelnen Futtermittel roh oder gekocht verfüttert werden. Nur so kann einer Über- oder Unterversorgung mit Nährstoffen vorgebeugt werden.

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